Corona- Brunft 2020

Das Wirrwarr nach der Grenzschliessung vom 01. September war perfekt. Bereits zwei Tage später wurden erste Informationen herumgereicht, dass Jäger doch noch einreisen dürfen. Und siehe da, mit einem kleinen Trick; Jagd = Business, war es am 5. September soweit. Mit Jagdeinladung und gültigem Vertrag durften Jagdgäste plötzlich wieder ins Land, allerdings nur bei bezeichneten Grenzübergängen.

Rasch war alles organisiert und am 6. September nahmen wir den Weg nach Zalakaros unter die Räder. Der Grenzübertritt am frühen Montagmorgen verlief problemlos - und unsere kleine Gruppe mit 3 Jägern und einer Begleiterin war drin; freudig und hochmotiviert fuhren wir die restlichen zwei Stunden bis nach Zalakaros.

Noch nie in den 18 Jahren habe ich eine solche Hitzebrunft erlebt, täglich Temperaturen bis 31 Grad. Nachts hat es kaum unter 15 Grad abgekühlt und eigentlich hätten wir in Shorts und T-Shirt jagen können. Entsprechend schlecht haben die Stiere gemeldet, wir erlebten eine sehr passive Brunft mit wenig Röhren und kaum Austritt bei Tageslicht. Das machte es für Jagdbegleiter und Jäger ausserordentlich schwierig! Trotzdem fielen vier Hirsche; zwei mit über 8 kg, einer mit knapp 6 kg sowie ein geringer Abschusshirsch. Am vorletzten Morgen wurde ein starker Stier nur knapp verpass weil beim Angehen leider der Wind kreiselte. Egal, wir waren glücklich und zufrieden.

Während unserer Zeit im Hühnertal erreichte uns von einem österreichischen Jagdgast die Meldung, dass Orban am Freitag die Grenze bereits wieder dicht gemacht hatte. Uns war es egal und ein weiterer Grund nochmals anzustossen; wir waren drin im Land und herauskommen war eh kein Problem. Ich hoffe natürlich, das nächstes Jahr eine Coronafreie Brunft möglich sein wird. Grundsätzlich sind alle Plätze bereits ausgebucht, viele Jäger haben sich schon vor Monaten angemeldet. Bei Interesse bitte rasch mit mir Kontakt aufnehmen.

Weidmannsheil und Weidmannsdank.

 

Roli Strähl, 18.Sept.2020



Januarjagd 2020

Vielleicht war es für mehrere Jahre die letzte Winterjagd?! Die weiterhin voranschreitende ASP in Ungarn zeichnet ein düsteres Bild für die Schwarzwildjagd, nur noch wenige Komitate sind ASP-frei. Nächstes Jahr wird es darum keine Winterjagd geben, kommt die ASP flächendeckend dürfte es etwa 5 Jahre gehen, bis wieder bejagbare Sauenbestände da sind.

Es war wettermässig eine schöne Woche, leider kamen die kalten Temperaturen einige Tage zu spät. Nur ein einziger Rotwildabschuss zeigt dies deutlich; wenigstens waren die Sauen etwas aktiver. Die Futterplätze wurden vom Schalenwild sehr unterschiedlich angenommen und der Jagderfolg war nicht in allen Revieren gut.

In Zalakomár und Hühnertal wurde erfolgreich gejagt, Kisbalaton enttäuschte leider auf der ganzen Linie. Das eigentlich hervorragende Revier wird schlecht geführt und hat deutlich zu hohen Jagddruck. Die Futterplätze waren entweder nicht beschickt oder die Automaten streuten leer. Der Präsident sieht nur das Geld und hält gemachte Zusagen nicht ein, ich beende deshalb per sofort die Zusammenarbeit mit dem Revier.

Trotzdem war es eine spannende Woche mit vielen Jagderlebnissen und halt unterschiedlichem persönlichen Jagderfolg. Sie wird als ausgesprochene Keilerwoche in Erinnerung bleiben.

Weidmannsdank und Weidmannsheil!

Roli Strähl, Januar 2020



Hirschbrunft 2019

Sieben Jäger reisten diesmal nach Zalakaros, voller Erwartungen auf eine spannende Jagdwoche. Für Fünf war es zugleich der erste Kontakt mit den drei Revieren südlich des Kisbalatons. Sie erlebten vor Ort hautnah die anspruchsvolle Jagd auf den König der Wälder und damit auch, wie eng Jagderfolg und Jagdpech manchmal zusammenliegen. Wie eigentlich jedes Jahr waren die Jagderlebnisse sehr unterschiedlich, es gab Jäger mit viel Anblick und Schussmöglichkeit bereits beim ersten Pirschgang und daneben den Jagdkamerad, der tagelang ausser Rehe kaum ein Haar zu sehen bekam. Wettermässig fiel der Start mit Regen und starken Gewittern zwar ins Wasser, ab Montag Abend hatten wir jedoch mehrheitlich beste Jagdbedingungen. Der Brunftverlauf war wiederum etwas wellenförmig, Pirschgänge mit starkem Brunftgeschehen und ab und zu völlige Ruhe im Revier. Für unsere Jagdführer immer wieder eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und manchmal zum Verzweifeln, wenn der auf Schussdistanz röhrende Hirsch nicht zum Bestand austreten will. Der Jagderfolg war daher nicht allen vergönnt.

Die erlegten Hirsche konnten sich hingegen sehen lassen, beim Stärksten zeigte die Waage 11 kg Geweihgewicht an, wahrlich ein sehr starker und stangenwuchtiger Stier. Ein reifer Neunkilöner und drei Hirsche in der Mittelklasse um 7 kg wurden gestreckt, und vom jüngsten Jäger ein Abschusshirsch vom dritten Kopf.

Die Heimreise verlief für alle gut, es bleiben die Gedanken an die vergangenen Jagdtage und die Vorfreude auf die nächste Brunftjagd im September 2020.

Roli Strähl, 22.09.2019


3 Tage Bockjagd

Kurztripp nach Zalakaros, drei Tage Bockjagd und Abends Sauansitz waren geplant. Wir jagten im Revier Kisbalaton in einer herrlichen Landschaft; ein Genuss hier Anzusitzen oder zu Pirschen. Das Wetter: leider viel zu heiss, täglich bis zu 35 Grad! Die Mückensituation: grauenhaft, wir wurden wirklich übel verstochen. Der Jagderfolg: 5 alte Böcke, davon vier wirklich starke und interessante Trophäen.

Abendansitz: 1 Überläufer; Anblick von Schwarzwild hatten wir zwar reichlich, jedoch zumeist Bachen mit Frischlingen an der Kirrung. Starke Sauen kamen nicht in Anblick, bei diesen Temperaturen war damit zu rechnen. Auch das Rotwild machte sich rar, nur drei Stiere und ein Kahlwild wurden gesehen.

Natürlich war bei uns viel Trinken angesagt, wir hatten drei sehr kurze Nächte und Morgentemperaturen bei Jagdbeginn um halb fünf von bereits 23 Grad! Insgesamt eine eher tropische, aber trotzdem sehr schöne und erfolgreiche Kurzjagd! Besten Dank unseren Führern Tamás, Alexander und Julius.

Roli Strähl, 17.06.2019




"Maximaljagd" und Trophäenlieferung

  1. Grundsätzlich gilt während der Hirschbrunft die "Maximaljagd". Der Gast unterschreibt im Revier einen Jagdvertrag mit seiner gewünschten Trophäenstärke, mit Angabe eines Maximalgewichtes. Zum Beispiel: Trophäenstärke bis 9.0 kg. Bei einem Abschuss sind maximal diese 9 kg zu bezahlen, auch wenn die Trophäe schwerer sein sollte. Es wird also für den Jagdgast nie teurer, sondern nur billiger!
  2. Während der Brunft ist die untere Grenze der Maximaljagd, Trophäenstärke 8.0 kg. Dafür steht im Revier die Mittelklasse, rund 50% der an der Brunft teilnehmenden Stiere haben eine Trophäe mit dieser Stärke. Auf dieses Gewicht muss mindestens gejagt werden, dessen muss sich der interessierte Jagdgast bewusst sein! Trotzdem kann es  möglich sein einen Hirsch unter 8 kg zu erlegen; nämlich dann wenn ihn der Pirschführer freigibt und der Jagdgast ihn auch schiessen will! Jägerinnen oder Jäger welche Hirsche  mit schwächeren Trophäen erlegen wollen, können nach Wunsch und Absprache ab Oktober bis Ende Januar auf Abschusshirsche jagen.
  3. Für präparierte Hirschtrophäen im grossen Schädel welche durch mich in die Schweiz transportiert und durch den oder die Erleger/in bei mir zu Hause abgeholt werden, verlange ich pauschal 50 CHF pro Trophäe.

Roli Strähl, 24. September 2018